Der Gollenstein bei Blieskastel

Im saarländischen Raum ist uns kein älteres Kulturdenkmal bekannt.

Die bekanntesten Steinmale aus grauer Vorzeit gibt es in der Bretagne. Bei Morbihan gibt es sie so zahlreich, dass man das ganze Gebiet zum Freilichtmuseum erklärt hat. Im mitteleuropäischen Raum findet man sie sehr selten. Ein Menhir ist ein aufrecht stehender Stein (Monolith). Er kann völlig isoliert im Gelände stehen. Sogar bei uns im Saarland bei Blieskastel kann man einen solchen Monolithen bewundern. Er ist 7,5 m groß (davon 6,5 m überirdisch) und der größte Menhir in Mitteleuropa.

Wenn Menhire kreisförmig oder rechteckig angeordnet sind, spricht man von Cromlech. In einer Linie angeordnet, manchmal Kilometer lang, nennt man sie alignement. Die Erbauer waren wohl Steinzeitvölker aus der Jungsteinzeit (Neolithikum), die vor der Ankunft der Kelten, Germanen und Römer gelebt haben. Außer den grob behauenen Steinen haben sie nichts hinterlassen. Wozu dienten die Menhire ? zu astronomischen Berechnungen ? als Kalender ? oder als Versammlungsort ? Es gibt nur Vermutungen und keine konkreten Antworten auf diesen Fragen. Wird man das Rätsel je lösen ?

Der Ursprung des Menhires bei Blieskastel geht mindestens auf das Jahr 2000 v. Chr. zurück. Im 2. Weltkrieg wurde er umgestürzt und zerbrach in 3 Teile. Man befürchtete damals, dass er der feindlichen Artillerie als Ziel dienen könnte.

Einen weiteren Menhir den “Spillenstein” findet man in der Nähe in der Ortsmitte von Rentrisch, wenige Meter unterhalb (nördlich) der Hauptstraße (Kaiserstraße), in einem Vorgarten. Der Spillenstein ist knapp 5 m hoch.

Ein weiteres Überbleibsel der Megalithkultur stellen Domen dar. Unter Dolmen ist ein Gebilde aus Stützsteinen mit Deckplatte zu verstehen. Solche Grabkammern lagen, wie man annimmt, meist unter künstlich angelegten Hügeln, entweder unter einem Tumulus (lateinisch für Hügel aus Erde, Lehm, Sand oder Steinen) oder unter einem Caim (bretonisch für Steinmal, d. h. aus Bruchsteinen errichteter Hügel).

Eine Allèe couverte (Ganggrab bzw. Langgrab) ist eine Galerie aus mehreren aufeinanderfolgenden Dolmen. In der Bretagne gibt es 4500 Dolmen, 56 Steinalleen und 58 Steinkreise. Menhire und Tumuli, sind nicht mehr nachzählbar und gehen vermutlich in die Tausende.

In der Nähe finden sie auch Blieskastel und die Orangerie, die Schlösser Monplaisir und Annahof., die Burg Kirkel in Kirkel und die Klosterruine Gräfinthal.

Anfahrt bzw. Routenvorschlag Bliesgau:

  • von Saarbrücken aus auf die A6 Richtung Mannheim
  • Abfahrt Fechingen abfahren
  • an der Ampel rechts Richtung Ensheim
  • auf der Straße bleiben und an der Kreuzung rechts Richtung Blieskastel
  • auf der Straße bleiben und an der Kreuzung links Richtung Blieskastel
  • Routenvorschlag erstes Ziel: kurz vor Blieskastel auf der Landstraße links Richtung Gollenstein (kleines Hinweisschild) abbiegen
  • Routenvorschlag zweites Ziel: Wenn man auf der Landstraße bleibt, kommt kurz später Blieskastel. Im Ort sind die Sehenswürdigkeiten wie die Orangerie, der Gollenstein und das Kloster ausgeschildert. Den Schlangenbrunnen findet man in der Fußgängerzone.
  • Routenvorschlag drittes Ziel: Von Blieskastel aus Richtung A6 Saarbrücken Autobahn fahren. Auf der Landstraße sieht man nach kurzer Zeit rechts den Turm der Burg Kirkel.

Anfahrt Blieskastel alternativ:

  • von Saarbrücken aus auf die A6 Richtung Mannheim
  • Abfahrt Rohrbach abfahren
  • dann der Beschilderung Richtung Blieskastel folgen

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